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Aktionstag Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2016

Neue Therapiemöglichkeiten wecken Hoffnungen

Die Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist häufig so komplex wie die Erkrankungen selbst. Oft sind bis zu einer erfolgreichen Linderung der Beschwerden mehrere Therapieansätze notwendig.

Andere Patienten finden trotz langjähriger Behandlung zu keinem zufriedenstellenden Therapiekonzept. Umso hoffnungsvoller blicken diese Patienten neuen Therapiemöglichkeiten entgegen.

„Neue Therapiestrategien“ sind in diesem Jahr das zentrale Thema des Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, der anlässlich des Word Inflammatory Bowel Disease Tages am 19. Mai 2016 stattfindet.  Betroffene und Interessierte können sich dabei bundesweit bei Veranstaltungen und Experten-Hotlines über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind eine schwere Belastung

Weltweit leiden mehr als fünf Millionen Menschen an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Allein in Deutschland sind davon mehr als 300.000 Patienten betroffen. Die häufigsten Formen der Erkrankung sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Sie zeichnen sich durch wiederkehrende Entzündungsschübe im Darmbereich mit teils heftigen Beschwerden aus. Sowohl die Häufigkeit der Schübe als auch das Ausmaß der Entzündung ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Betroffene können während eines Krankheitsschubes unter anderem unter folgenden Beschwerden leiden:

  • Stuhlunregelmäßigkeiten mit schleimigen, teils blutigen Durchfällen
  • Krampfartige Bauchschmerzen
  • Fieber
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust

Die Entzündung befällt bei Colitis ulcerosa in der Regel nur den Dickdarm. Bei Morbus Crohn hingegen kann der gesamte Magen-Darm-Trakt von der Entzündung betroffen sein. Daneben können im Verlauf beider Erkrankungen jedoch auch Beschwerden und Entzündungen außerhalb des Magen-Darm-Traktes auftreten. Betroffene leiden zum Beispiel häufig unter Schmerzen in den Gelenken oder unter Sehstörungen.

Ursachen für die Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen

In den letzten Jahren ist es Wissenschaftlern gelungen, immer mehr über die Ursachen und Entstehungsprozesse chronisch entzündlicher Darmerkrankungen herauszufinden. Bei der Entstehung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa spielen sowohl eine genetische Veranlagung als auch verschiedene Umweltfaktoren eine wichtige Rolle. Mittlerweile sind über 160 Gene bekannt, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung der Erkrankung verbunden sind.

Bekannte Umweltrisikofaktoren für chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind zum Beispiel

  • ein hoher Hygienestandard,
  • Rauchen,
  • Vitamin-D-Mangel,
  • belastende Lebensereignisse,
  • Stress und
  • Depressionen.

Neue Therapiestrategien

Eine vollständige Heilung ist bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bislang nicht möglich. Die Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen soll aber zu einer kompletten Ruhephase der Erkrankung ohne Einsatz von Cortison-haltigen Medikamenten führen. D.h. einerseits bei akuten Entzündungsschüben eine schnelle Linderung der Beschwerden verbunden mit einer Entzündungshemmung. Andererseits soll die Behandlung langfristig die Häufigkeit von Krankheitsschübe reduzieren, die beschwerdefreien Phasen verlängern und damit auch die Progression der Erkrankung zu strukturellen Veränderungen des Darmes (Stenosen, Fisteln, Abszesse, Neoplasien) verhindern.

Dazu setzen Ärzte nicht nur lokal entzündungshemmende Medikamente ein, sondern auch Arzneimittel zur Hemmung der Immunantwort. Denn die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers im Darm verselbstständigen sich bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und können so immer wieder Entzündungen auslösen.

Leider führen die vorhandenen Therapiemöglichkeiten nicht bei allen Patienten zum Erfolg oder gehen in manchen Fällen mit unerwünschten Nebenwirkungen einher. Deshalb arbeiten Forscher konsequent an der Entwicklung neuer Therapiestrategien. Die wichtigste Neuerung der letzten Jahre bei der medikamentösen Therapie ist die Zulassung eines sogenannten Integrin-Antagonisten zur Behandlung von M. Crohn und C. ulcerosa. Dieser Integrin-Antagonist verhindert die Migration bestimmter entzündungsfördernder Zellen (Lymphozyten) aus den Blutgefäßen in das umgebende Gewebe im Darm.

Neben der Entwicklung neuer Arzneimittel kann auch ein optimierter Einsatz bewährter Medikamente die Erfolgschancen erhöhen. Die Erkenntnisse zahlreicher Studien geben Hinweise darauf, in welchen Fällen beispielsweise die Dosis angepasst oder auf ein anderes Medikament ausgewichen werden sollte. Dabei ist jede Therapie mit einem bestimmten Ziel verbunden – zum Beispiel mit dem Rückgang von Entzündungen oder einer reduzierten Häufigkeit der Krankheitsschübe. Verfehlt die Therapie in einem festgelegten Zeitraum ihr Ziel, sollte der Arzt die Behandlung umgehend anpassen und gegebenenfalls intensivieren.

Aktionstag Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2016

Wer mehr über chronisch entzündliche Darmerkrankungen erfahren möchte, hat am 19. Mai 2016 die Möglichkeit dazu. Die Gastro-Liga organisiert rund um diesen Tag bundesweit Veranstaltungen mit Vorträgen und einem breiten Informationsangebot zu diesem Thema. Außerdem können Betroffene hier auch mit anderen Veranstaltungsteilnehmern Erfahrungen austauschen.

Eine Liste der Veranstaltungsorte finden Sie hier 

Darüber hinaus richtet die Gastro-Liga im Mai telefonische Experten-Hotlines für Betroffene und Angehörige ein. Hierbei können sich Anrufer bei medizinischen Fachleuten auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen informieren. Die Liste der Experten-Hotline-Termine finden Sie hier 

Weitere Informationen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden Sie auch in unseren Broschüren für Patienten zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen:

Leitfaden für Patienten "Morbus Crohn"

Ratgeber "Colitis ulcerosa"

Ratgeber "Dickdarmkrebs"

Mit freundlicher Unterstützung von

  • AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Wiesbaden
  • Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG, Berlin
  • Dr. Falk Pharma GmbH, Freiburg i. Br.
  • Hospira Deutschland GmbH, München

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