Magen-Darm-Tag 2016

Darmdivertikel – Bin ich krank?

Gefährlich oder unbedenklich? Darmdivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die bei Betroffenen manchmal zur Beunruhigung führen können. Dabei besteht in der Regel kein Grund zur Sorge: Bei einem Großteil der Menschen treten keine Beschwerden auf.

Nur bei einer Entzündung der Divertikel kann es zu starken Schmerzen und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Man spricht dann von einer Divertikelkrankheit oder Divertikulitis. In diesem Fall soll eine geeignete Therapie die Symptome lindern und möglichen schwerwiegenden Komplikationen vorbeugen.

Im Rahmen des Magen-Darm-Tages 2016 informiert die Gastro-Liga am 05. November mit bundesweit stattfindenden Veranstaltungen und Telefon-Hotlines über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei Divertikeln im Darm.

Informationen zu den einzelnen Veranstaltungsorten finden Sie hier 


Was sind Divertikel?

Unter Darmdivertikeln verstehen Ärzte kleine Ausstülpungen der Darmwand. Sie entstehen durch eine Vielzahl von Faktoren wie einer Bindegewebsschwäche, einer Beweglichkeitsstörung des Darms und einem zu hohen Druck im Darmlumen. Das ist auch die wahrscheinliche Ursache für die steigende Häufigkeit von Darmdivertikeln in der westlichen Bevölkerung. In vielen Industrieländern nehmen Menschen wesentlich weniger Ballaststoffe mit der Nahrung auf als früher, was einen erhöhten Druck im Darminnern zur Folge haben kann.

Darmdivertikel finden sich heute bei etwa 28 bis 45 % der Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit steigt zwar mit zunehmendem Alter, allerdings können Divertikel durchaus auch bei jüngeren Menschen auftreten. In der Regel sind Darmdivertikel harmlos und verursachen keine Beschwerden. Man spricht in diesem Fall von einer Divertikulose.

Divertikelkrankheit: Wann ist eine Therapie notwendig?

Problematisch wird eine Divertikulose, wenn sich die Divertikel und das umgebende Gewebe entzünden. Ärzte sprechen dann von einer Divertikulitis. Dabei gibt es verschiedene Schweregrade, je nachdem, wie stark sich die Entzündung ausbreitet und ob bereits Komplikationen wie Abszesse oder Fisteln vorhanden sind.

Typische Beschwerden einer Divertikelkrankheit können sein:

  • Bauchschmerzen, z. B. im linken Unterbauch, z. T. mit Besserung nach Stuhlgang
  • Bauchkrämpfe
  • Fieber
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Blutiger Stuhlgang

Eine Entzündung kann entweder einmalig (akut) oder in immer wiederkehrenden Schüben (chronisch) auftreten. Beide Krankheitsformen erfordern in der Regel eine ärztliche Behandlung, um ein Fortschreiten der Erkrankung und mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Ohne Behandlung sind teils schwerwiegende Komplikationen der Erkrankung möglich. Dazu gehören:

  • Darmdurchbruch
  • Bauchfellentzündung
  • Bildung von Abszessen und Fisteln
  • Darmverengung und Darmverschluss

Bei der Therapieentscheidung muss der Arzt jedoch sicherstellen, dass die Divertikel die Ursache der Beschwerden sind. Da Darmdivertikel bei vielen Menschen vorkommen, werden sie oft zufällig im Rahmen der Diagnose einer anderen Magen-Darm-Erkrankung entdeckt – beispielsweise chronisch entzündlicher Darmerkrankungen oder Darmkrebs. Das kann mitunter zu der falschen Annahme führen, Darmdivertikel seien an der jeweils festgestellten Erkrankung bzw. den damit zusammenhängenden Beschwerden beteiligt. Für einen solchen Zusammenhang gibt es jedoch keine Hinweise. In der Regel haben Darmdivertikel keinen Einfluss auf die Entstehung oder den Verlauf anderer Magen-Darm-Erkrankungen. Eine Behandlung der Darmdivertikel ist somit meist nur bei einer Entzündung der Divertikel selbst nötig.

Weitere Informationen zur Divertikulitis finden Sie auch in unserem Ratgeber für Patienten „Divertikel des Dickdarms“.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Bei nur leichten Beschwerden kann zunächst eine Umstellung der Ernährung auf leichte Kost die Beschwerden lindern. Auch ein vorübergehender Verzicht auf Nahrung ist möglich. Die Therapie sollte dabei unter ständiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Möglich ist auch die Gabe bestimmter Schmerzmittel in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Nicht-steroidale Antiphlogistika wie Ibuprofen oder Diclophenac sollten jedoch gemieden werden. Falls sich die Beschwerden bessern, ist anschließend eine ballaststoffreiche Ernährung empfehlenswert.

Bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden ist hingegen oft eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Viele Patienten erhalten auch Antibiotika gegen bakterielle Infektionen und Schmerzmittel, wenn Komplikationen eingetreten sind oder Risikofaktoren vorliegen. Durch die engmaschige Kontrolle im Krankenhaus können Ärzte zudem auftretende Abszesse und andere Komplikationen schnell behandeln.

Bei schwerwiegenden Komplikationen kann eine operative Entfernung des Divertikel tragenden Darmabschnitts notwendig sein. Eine Operation kommt auch dann in Betracht, wenn chronisch wiederkehrende Entzündungsschübe die Lebensqualität auf Dauer beeinträchtigen und sich nicht ausreichend mit herkömmlichen Therapiemethoden bewältigen lassen.

Erfahren Sie mehr am Magen-Darm-Tag 2016

Möchten Sie mehr über Darmdivertikel erfahren? 

Die Gastro-Liga veranstaltet am 5. November bundesweit stattfindende Informationsveranstaltungen zum Thema Divertikulose und Divertikulitis. Betroffene, Angehörige und Interessierte können bei Vorträgen und anhand ausführlichen Informationsmaterials mehr über die Erkrankung und ihre Therapie erfahren.

Im Zentrum der Veranstaltungen stehen dabei drei Themenkomplexe:

  1. Divertikel in der Bevölkerung – Wie entstehen sie und was erwartet den Divertikelträger?
  2. Die Bedeutung von Divertikeln bei Magen-Darm-Beschwerden – Sind immer die Divertikel schuld?
  3. Die Divertikelkrankheit – Diagnostik und Therapie

Parallel zu den Veranstaltungen werden an vielen Orten telefonische Hotlines angeboten, über die medizinische Experten zu der Erkrankung und den Therapiemöglichkeiten befragt werden können.

Alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und telefonischen Hotlines finden Sie hier 

Mit freundlicher Unterstützung von

  • Dr. Falk Pharma GmbH, Freiburg i. Br.
  • Norgine GmbH, Marburg 
  • Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim a. Rhein

 

 

 

 

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